19.09.2017 DMJV NEWS - Wechselbad der Gefühle und glorreicher Abschluss

Aus dem Süden und Norden, aus dem Westen und Osten und aus der Mitte Deutschlands versammelten sich 20 regionale Serien, um die jährliche Amateur Meisterschaft im Rahmen der Cross Finals auszutragen. Auch der DJMV war vor Ort. Die Bilderbuchstrecke wurde gerahmt von einer professionellen Location, welche an internationale Veranstaltungen erinnerte. Alle Mühe gaben sich da die Verantwortlichen vom CROSS Magazin und vom MC Culitzsch – und das mit vollem Erfolg.

Und während man irgendwie sorgenvoll in den Himmel schaute, hatte der Regen die Tage zuvor ordentliche Arbeit geleistet, starteten auch schon die Pflichtrunden für alle Klassen. Wie erhofft kristallisierten sich gute Chancen für uns heraus. Alle Klassen lieferten herausragende Ergebnisse ab. Geschmeidig ist das Wort, welches einem einfällt, wenn man an Elias Stapel in der MX2 und sein Verhältnis zur Strecke spricht. Mit einer überdimensionalen 1:27:331 fuhr er die absolut beste Zeit des der ganzen Veranstaltung heraus. Das war Balsam für die Teamseele. Sein Teammate Marco König, hochkonzentriert und nicht minder schnell, begleitete Elias schließlich auch ins American Final. Die besten zehn der großen Klassen wurden an den Start gebeten. Elias setzte sich dabei Runde für Runde durch, bis er schließlich im Finale dem Lokalmatador Danny Neubauer gegenüberstand. Um nur eine Kotflügellänge, welche bereits in der ersten Kurve nach dem Start entschieden war, musste sich Elias geschlagen geben. Was aber seine seine Fans trotzdem nicht davon abhielt die Strecke zu stürmen und ihren Fahrer mit Sektdusche zu feiern. Nicht der einzige Gänsehautmoment an diesem Wochenende.

Der Sonntag begann hoffnungsvoll, doch so überschwänglich die Euphorie kam, so schnell kam auch der Dämpfer. Die Läufe bei den 65er verliefen wechselhaft. Während Felix Schwartze als ein Favorit galt, schien das Regenwölkchen ständig über ihm zu hängen. Stürze am Start und während der Läufe forderten seine ganze Energie für die kommenden Aufholjagden. Alexander Hail haute einen nach dem anderen raus, startete sensationell und fuhr auch ebenso. Es bestand keinerlei Zweifel daran, dass er in Culitzsch und den CROSSFinals genau richtig war. Gemeinsam mit Felix kämpfte er bis zum Schluss und so beendeten die Jungs beide Läufe im ordentlichen Mittelfeld.

Collin Wohnhas und Joe-Louis Kaltenmeier waren Trumpfkarten. Im ersten Lauf schienen wieder einmal nur Collin und die Strecke zu existieren. Mit großem Abstand zum Zweitplatzierten kam er an der Kurve seiner Fans vorbei und löste damit einen Freudentaumel aus. Aber wie Motocross eben manchmal läuft, büßte er durch einen bösen Sturz seine Führung ein und musste schließlich um Platz drei kämpfen. Etwas angeschlagen beendete er den zweiten Lauf auf einem grandiosen vierten Platz. Joe-Louis fuhr zwei sehr konstante Läufe. Nach einem Sturz im Warm Up auch etwas angeschlagen hielt er bei den 85ern die Stellung und wuchs über seine Ansprüche hinaus. In dem starken Fahrerfeld behauptete er sich mit gutem Speed und guter Technik auf den Plätzen sechs und neun.

Voller Erwartungen startete die MX2. Doch es war nicht Elias, der das Feld anführen sollte. Er stürzte bereits früh im ersten Lauf und hatte damit eine mehr als ordentliche Aufgabe vor sich. Die MX2 war alles andere als seicht aufgestellt. Glücklicherweise schien seine zuvor ausgekugelte Schulter den Sturz gut verkraftet zu haben. Aber auch für Marco lief es nicht besser. Er stauchte sich das Knie und konnte nur unter Schmerzen das Rennen beenden. Im Mittelfeld kamen beide Fahrer gezeichnet, tief getroffen und enttäuscht ins Ziel. Für Marco war nicht einmalsicher, ob er den zweiten Lauf überhaupt fahren könne. Aber Marco wäre nicht der König, wenn er nicht über diesen gewissen Biss verfügen würde. Im zweiten Lauf startete er sensationell und hielt lange mit, doch machte sich das verletzte Knie bemerkbar. Er fiel ein paar Plätze zurück aber durfte mehr als Stolz auf seine Leistung sein. Elias bewältigte sein Trauma aus dem ersten Lauf mit einem makellosen Sieg und Platz 1 im zweiten Lauf.

Weiter mit der MX1, doch auch die schien vom Schicksal schwer verfolgt. Domenico Felici stürzte am Start, sodass er das Rennen verletzungsbedingt abbrechen musste und auch den zweiten Lauf nicht mehr fahren konnte. Sichtlich angefressen aber mental dabei für seinen Teamkollegen Chris Blessing weilte er an der Strecke. Die ganze Last lag nun auf Chris. Er tat mehr als sein Bestes, fing alles auf und beendete auf Platz 24 in einem unglaublich starken Fahrerfeld. Nach all den Vorkommnissen blieb nur noch zu sagen, trotz Verletzungen und Rückschlägen war die Teamleistung gigantisch war. Notiz am Rande, kein einziges Mal in der Gesamtwertung der Läufe auf dem Podest und trotzdem souveräner Dritter in der Teamwertung! Das ist ne stabile Teamleistung. Da fängt der eine den anderen auf.

Fotos: Ivan Huth - CrossPictures Huth

 

 

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